Dolceacqua, ein
mittelalterliches Dorf im Nerviatal, liegt am gleichnamigen Wildbach. Der
älteste, von der Doria-Burg überragte Ortsteil ist das Terra-Viertel.Es liegt zu
Füßen des Monte Rebuffao am der gegenüberliegenden Uferstraße,die entlang des
Tales ansteigt.
Dolceacqua ist auch ein treuer Hüter weiterer Bräuche. Vor allem
muss das Fest der michetta erwähnt werden. Jeweils am l6. August wird ein
typisches lokales Gebäck verteilt, das an das Ende des schändlichen jus primae
noctis erinnern soll, welches vom Tyrann Imperiale Doria eingeführt worden war,
um seine Ansprüche gegenüber jungen Bräuten durchzusetzen. Dieses Recht wurde
dann zusammen mit anderen, meist gewalttätigen, Vorrechten durch einen
Volksaufstand im Jahre 1364 abgeschafft. Dieser Sieg wird mit einem einfachen,
charakteristischen Gebäck, einer Art Hörnchen, gefeiert, welches die jungen
Männer von den Mädchen als Zeichen der Sympathie erbitten. Begleitet wird die
Zeremonie von lustigen Musikanten, die durch die Gassen des Dorfes ziehen. An
Weihnachten werden an den beiden Hauptplätzen von Borgo und Terra ein
Freudenfeuer entzündet als Symbol der Anteilnahme am schönsten Fest des Jahres.
Die terrassenförmig angelegten natürlichen Steinmauern an den
Hügeln zeugen von Jahrhundertealter, schwerer Arbeit und Ausdauer der
ligurischen Bauern, die auf diese Weise Ackerland gewinnen und bebauen konnten.
Der Ruhm Dolceacquas rührt auch nicht zuletzt von seinem Wein
Rossese di Dolceacqua DOC kontrollierter Herkunftsbezeichnung, einem
geschmeidigen, rubinroten Wein mit Bouquet mit mindestens
12,5% Alkohol. Wenn er über 13% erreicht, erhält er das
Prädikat Superiore. Er wird aus einer eigenen, einzigartigen Rebsorte mit
limitierter Flaschenauflage erzeugt und verkauft.